Kunst- und Literaturzeitschrift Herzattacke
Literaturarchiv Speichen/Herzattacke
Edition Quatre en Samisdat
Edition Maldoror
Kataloge
 
  Home  |  Verein  |  Autoren  |  Grafiker  |  Ausstellungen  |  Kontakt  |  Beitritt  |  Impressum  |  Gästebuch  |  Newsletter
Gegenstand

Projektbeschreibung

Arbeitsplanung

Publikationsprojekte

Ausstellungsprojekte

Finanzierung

Archivbestand >>

Projektbeschreibung

Das Werk und die Geschichte dieses Kreises von Dichtern und Übersetzern hat bisher nicht die gebührende Aufmerksamkeit der interessierten Öffentlichkeit wie der Wissenschaften gefunden. Das Literaturarchiv "Speichen / Herzattacke" macht es sich zur Aufgabe, mit seiner Arbeit offensiv darauf hinzuwirken, dass dieser Zustand überwunden wird. Dazu kann dieses Projekt auf ein ideales Mittel zurückgreifen:
Die literarischen Vor- und Nachlässe von hoher Qualität kommen in diesem Archiv zusammen und bezeugen durch ein einzigartiges Netzwerk aus Korrespondenzen, Werken und gemeinsamen Arbeiten die besondere gegenseitige Bezugnahme der Autoren, ihre kollektiven und individuellen künstlerischen Leistungen. Der Bestand des Literaturarchivs "Speichen / Herzattacke" bildet dies in einer seltenen Dichte und Materialfülle ab und ist deshalb schon für sich ein beeindruckendes Dokument eines lebendigen Teils der Literaturgeschichte. Die disparaten Teile des Ganzen aufzubereiten, Beziehungen sichtbar zu machen, Wege in und durch das Material zu bahnen, ist das erste Ziel unserer Arbeit.

Quasi als Wegzeichen sollen Publikationen und Ausstellungen entstehen, die das Interesse auf dieses Projekt lenken. Sowohl über die einzelnen Autoren als auch über deren gemeinsame Arbeit sollen Einzel- und Gesamtdarstellungen entstehen.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1977 hat der Dichter und Übersetzer Johannes Hübner eine zentrale Rolle im Kreis dieser Künstler gespielt. Sein durch Lothar Klünner an das Archiv übergebener Nachlass bildete den Grundstock des Literaturarchivs "Speichen / Herzattacke". Die heute vorliegenden literarischen Vor- und Nachlässe dokumentieren auch das Werk und Wirken der anderen Autoren dieses Kreises. Dazu gehören Rohfassungen, Werkentwürfe und Notizen, aufgegebene Manuskripte und unveröffentlichte Texte, Korrekturen und Fassungen letzter Hand aus einem Zeitraum von mehr als 60 Jahren.

Sehr gut überliefert sind die Arbeitsmaterialien und Entwürfe der Übersetzungen; auch die Zusammenarbeit mit anderen Übersetzern und mit den Autoren der Werke selbst sind ausführlich belegt. Da zum Beispiel der briefliche Austausch zwischen den Autoren dieses Kreises fast Vollständig erhalten ist, kann man von einem seltenen Glücksfall sprechen.

Ein weiteres Indiz für den hohen Rang des Literaturarchivs "Speichen / Herzattacke" ist auch der internationale Rahmen, der sich sowohl in der Übersetzungsarbeit wie den Korrespondenzen beweist. Es gilt zu verhindern, dass diese Zeugnisse gemeinsamen künstlerischen Arbeitens verstreut werden, in den Magazinen nicht spezialisierter Literaturarchive begraben oder gar achtlos vernichtet werden.

Für eine wissenschaftliche Auswertung ist dieses Material von hohem Wert; nicht nur, weil es einen Blick auf ein eigenständiges und fast unerforschtes Gebiet der Literatur in Deutschland seit 1945 gewährt. Wie für jedes literarische Archiv gilt auch für die Arbeit des Literaturarchivs "Speichen / Herzattacke", dass die Beschäftigung mit den vorliegenden Werken und ihren Schöpfern eine Basis für die weitere literarische Entwicklung heute und in der Zukunft bildet. Um nur einen Aspekt zu erwähnen: Die Pflege und Bewahrung des literarischen Erbes "deutscher Surrealisten" hat bisher noch keine Heimstatt. Eine autarke ästhetische "Schule", über die der Wissenschaft bisher kein gebündeltes Angebot an die Forschung zur Verfügung steht!

Unser Archiv wird sich als Teil des kulturellen Gedächtnisses der Nation für eine bessere Kenntnis dieses Zweigs der deutschen Literaturgeschichte einsetzen und damit wiederum auch die literarische Öffentlichkeit bereichern. Das Literaturarchiv "Speichen / Herzattacke"
will als kulturelle Einrichtung nicht nur dokumentieren, nicht nur einen wichtigen Teil der deutschen Literatur-Geschichte dem Vergessen entreißen, sondern vorherrschende Diskurse aufbrechen und in den kulturellen Raum wirken. Die literatur- und kulturwissenschaftliche Aufarbeitung des Werkes dieses Kreises von Künstlern soll durch das Archiv des "Speichen / Herzattacke" befördert werden.

Das der Öffentlichkeit und Wissenschaft kostenlos zugängliche Archiv soll seine Wirkung auf die Geschichtsschreibung der deutschen Nachkriegsliteratur entfalten. Es besteht die Absicht, der Wissenschaft und besonders dem wissenschaftlichen Nachwuchs Angebote für Forschung und Lehre zu unterbreiten. Zudem soll eine Vernetzung mit anderen Literaturarchiven für eine Integration des Archivs in die kulturelle Infrastruktur sorgen.

Mit einer gezielten Öffentlichkeitsarbeit soll das Literaturarchiv "Speichen / Herzattacke" beim "Kunstverein Herzattacke e.V." mittelfristig den seiner überregionalen, nationalen Bedeutung als Vermittler von Literatur angemessenen Platz in der deutschen Kulturlandschaft erhalten. Mit den Vor- und Nachlässen sowie der Bereitschaft der beteiligten Autoren, die Arbeit des Archivs zu unterstützen, besteht die einzigartige Gelegenheit, die Geschichte des Umkreises der "SPEICHEN" in Zusammenarbeit mit seinen Akteuren zu erforschen.

Die Dokumente des Archivs sollen formal und inhaltlich aufbereitet und erschlossen werden, grundlegende biographische und bibliographische Untersuchungen müssen geleistet werden, schwer zugängliche Veröffentlichungen werden gesammelt und dem Nutzer zur Verfügung gestellt. Neben der eigenständigen Publikationsarbeit kommt dem Aufbau einer Spezialbibliothek und der Übernahme von Nachlassbibliotheken eine hohe Bedeutung zu.

Für eine Nachhaltigkeit dieses Projekts verpflichtet sich der "Kunstverein Herzattacke e.V." sowohl gegenüber den Autoren als auch gegenüber den Nachlassgebern zu einem langfristigen finanziellen und personellen Engagement für das Literaturarchiv "Speichen / Herzattacke".

Die "Femina-Bar" in der Nürnberger Straße wurde 1949 zur "Badewanne". Das einzigartige Künstlerkabarett stellte bis Dezember 1949 sechs Programme vor, ab 1950 unter Federführung von Johannes Hübner. Lothar Klünners Programm hieß "Quallenpeitsche". Im August 1950 ging die Bar Pleite.

Nach oben