Kunst- und Literaturzeitschrift Herzattacke
Literaturarchiv Speichen/Herzattacke
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Gegenstand

Projektbeschreibung

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Arbeitsplanung

Unmittelbare Zielstellung unseres Projekts in den nächsten Jahren ist es, die Basis für die
Arbeit des Literaturarchivs "Umkreis der SPEICHEN" zu legen. Dazu gehört die Sichtung der vorhandenen und eingehenden Archivalien. Der Aufbau des Archivs, d.h. die formale und inhaltliche Erschließung aller Materialien, wird nach derzeitigem Kenntnisstand sechs bis acht Jahre beanspruchen. Parallel sollen erste Produkte der Arbeit des Archivs in Form von Publikationen, Interviews und Ausstellungsangeboten entstehen. Die vom Archiv in den nächsten Jahren zu beginnenden und zu bewältigenden Aufgaben werden im Folgenden näher beschrieben:

Der erste Arbeitsschritt war und ist die Sichtung, Erfassung und Ordnung der Nach- und Vorlässe. Dazu sind dokumentarisch-archivarischer Sachverstand und eine grundlegende theoretische und sachliche Kenntnis des Arbeitsgebiets nötig und können personell gewährleistet werden. Die Dokumentation und Aufbereitung verwandelt das disparate Material in ein Archiv, das der interessierten Öffentlichkeit und der Wissenschaft zugänglich gemacht werden kann. Das erfordert für einzelne Aufgabengebiete einen höheren personellen Einsatz, als allein durch ehrenamtliche Tätigkeit geleistet werden kann. Neben dem ehrenamtlichen Engagement im laufenden Betrieb des Literaturarchivs werden Verträge für Honorartätigkeiten abgeschlossen. Dazu werden abgegrenzte Arbeitsvorhaben entwickelt und definiert, die einzeln abrechenbar sind.

Die Dokumentation und Aufbereitung des Archivmaterials soll unter Einbeziehung der Autoren und anderer Zeitzeugen bewältigt werden. Im Prozess des Bestandsaufbaus des Literaturarchivs aus den verschiedenen Vor- und Nachlässen werden die Autoren über historische Zusammenhänge, persönliche Umstände und besondere Schwerpunkte ihrer Arbeit Auskunft geben, die sich in der Form des Bestands niederschlagen. Es soll zugleich die Geschichte der Autoren und ihrer Werke wie des Archivbestands hinterfragt werden. Die Struktur des Archivs soll die inhaltlichen und historischen Zusammenhänge der Sammlungen abbilden. Dabei bedient sich das Archiv der Methode von Interviews mit den Autoren und anderen Zeitzeugen.

Um die Arbeit an inhaltlichen Schwerpunkten zu ermöglichen, ist die von den Literaturwissenschaften nicht oder nur in Ansätzen geleistete dokumentarische Darstellung eine wichtige Aufgabe. Dazu gehört die grundlegende Erforschung der Geschichte des Projekts "Speichen" und die biographische und bibliographische Faktensammlung über die in diesem Projekt verbundenen Autoren.

Der Aufbau einer Spezialbibliothek mit den Werken der Autoren dieses Autorenkreises geschieht vor allem aus den Vor- und Nachlassbibliotheken. Es wird angestrebt, diese Bibliothek zu einem vollständigen Standort der Veröffentlichungen der Autoren des Umkreises der „Speichen“ zu entwickeln. Besonders die seltenen Publikationen der Nachkriegszeit, aber auch Editionen von Handpressen und Künstlerbüchern, die sogar in großen Bibliotheken kaum vorhanden sind, sollen der interessierten Öffentlichkeit und der Wissenschaft zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zugänglich gemacht werden. In den Räumen des Literaturarchivs ist ein Arbeitsraum bzw. ein Leseraum entstanden, in dem die Besucher die Bestände des Archivs und der Spezialbibliothek nutzen können.

Neben den Publikationen und Dokumentationen des Archivs sollen Veröffentlichungen aus dem Bestand, etwa in sich abgeschlossene Briefwechsel, das Forschungsinteresse wecken und die überregionale Bekanntheit des Literaturarchivs erzielen. Mit Veröffentlichungen aus den Korrespondenzen, zum Beispiel von Johannes Hübner und Lothar Klünner mit dem französischen Philosophen Maurice Blanchot in der Zeitschrift des Zentrums für Literaturforschung "Trajekte" oder mit Paul Celan in der Kunst- und Literaturzeitschrift "Herzattacke" und dem „Celan Jahrbuch" sind erste bemerkenswerte Ergebnisse vorgelegt worden. Durch eine auf die potentielle Nutzerschaft ausgerichtete Öffentlichkeitsarbeit und durch Kooperationen mit anderen Literaturarchiven soll das Archiv in der kulturellen Landschaft verortet werden.

Ein besonderes Gewicht wird naturgemäß die internationale Kooperation erhalten, wenn es um die Kontakte mit den Autoren geht, die von den Mitgliedern des Umkreises der "Speichen" übersetzt wurden. Die Organisation und Veranstaltung von Lesereihen und Ausstellungen, die Entwicklung von Ausstellungsangeboten an andere Kultureinrichtungen sollen den inhaltlichen Zielen des Literaturarchivs dienen und eine neuartige Sicht auf die Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts entwickeln.

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